Atheismus für Anfänger: Richard Dawkins‘ Einführung in die Welt des evolutionären Denkens


Wahrscheinlich hätte Richard Dawkins, der bekannteste Evolutionsbiologe unserer Zeit, nie und nimmer ein Buch mit dem Titel „Atheismus für Anfänger“ geschrieben. Der englische Originaltitel lautet: „Outgrowing God“, also „Aus Gott herauswachsen“. Denn Dawkins hat zwar schon einige Schlachten für den Atheismus geschlagen, aber an den Gottglauben in unseren Köpfen geht er nun einmal als Evolutionsbiologe heran. Irgendeinen Sinn muss der ja mal gehabt haben.

Ralf Julke | Leipziger Internetzeitung

Aber „Atheismus für Anfänger“ ist natürlich ein sichtbares Kontra zu Buchtiteln wie „Bibel für Anfänger“ oder „Glauben für Anfänger“. Es gibt tatsächlich viele Theologen, die fest davon überzeugt sind, dass Menschen sich Glauben im höheren Alter aneignen können, also quasi vom Unglauben erlöst werden können.

Ganz zu schweigen von vielen anderen steilen Thesen, mit denen Theologen aller Art versuchen, ihre jeweilige Kirche für unersetzlich zu erklären, angefangen von der Behauptung, ohne Religion hätte die Moral in einer Gesellschaft keine Grundlage, bis zur Behauptung, Atheisten würden eher zum Bösen neigen, weil ihnen ja die Vorstellung eines allsehenden Gottes fehlt, der auch ihre finsteren Gedanken lesen kann.

Auch Dawkins begegnete in seiner Kindheit solchen seltsamen Vorstellungen. Und bis zu seinem 15. Lebensjahr hätte die Vorstellung von Gott tatsächlich sein Denken bestimmt, schreibt er. Aber dann fing er an, an den religiösen Erklärungen für die Existenz der Welt zu zweifeln, begann naturwissenschaftliche Literatur zu verschlingen und merkte ziemlich bald, dass seine kindliche Faszination von der Schönheit und Funktionalität alles Lebendigen so gar keinen Gott brauchte, jenen großen Schöpfer, von dem christliche Fundamentalisten immer noch glauben, er hätte alles entworfen und gemacht.

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