Das billigste ist das dreckigste Soja – das Dogma von einem möglichst freien Welthandel bekommt Risse


Ein ungehinderter globaler Austausch von Gütern und Dienstleistungen gilt seit langem als Wohlstandsmotor. Die ökologischen Kosten, die dabei anfielen, konnten bisher vernachlässigt werden. Das dürfte sich ändern.

Wolfgang Kessler | Neue Zürcher Zeitung

Sieht man einmal vom «America-first-Protektionisten» Donald Trump ab, propagieren Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in der Regel einen möglichst freien Welthandel. Die Begründung: Wenn jedes Land die Stärken der eigenen Ökonomie auf dem Weltmarkt ausspielen kann, dann bringt das mehr Wohlstand für alle. Verkannt werden dabei die wachsenden ökologischen Kosten: Der Welthandel heizt das Klima auf und trägt weltweit zur Zerstörung der Umwelt bei. Das gilt umso mehr, als Klima- und Umweltschutz bei Freihandelsabkommen oder bei der Welthandelsorganisation (WTO) bisher kaum eine Rolle spielte.

Ob hier einmal dichter Regenwald stand? Vollmechanisierte Sojaernte in Brasilien. (Bild: Paulo Whitaker / Reuters)

Dabei stellte die Uno-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) schon 2014 in einer Studie über die «neue Klimaökonomie» fest, dass knapp ein Viertel aller Treibhausgasemissionen auf die internationalen Warenströme zurückzuführen ist. Eine wichtige Quelle für den Ausstoss von Treibhausgasen ist dabei der Transport per Schiff oder Flugzeug. Nach Angaben der Europäischen Union steuern Flugzeuge und Schiffe derzeit etwa neun Prozent aller Kohlendioxidemissionen weltweit bei. Wächst der Welthandel unter den gleichen Rahmenbedingungen weiter, dann sollen es 2030 rund siebzehn Prozent sein, schreibt die EU.

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