Warum wir (vorerst) nicht auf dem Mars landen sollten


Bevor wir den Mars erkunden, sollten wir Verhaltensregeln für den Umgang mit Lebensformen aufstellen oder sogar attraktivere Ziele in Betracht ziehen.

Hans-Arthur Marsiske | heise online

Vier unbemannte Sonden sollen sich im kommenden Sommer auf den Weg zu unserem roten Nachbarplaneten machen. Neben den USA, China und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist auch Europa mit einer eigenen Mission dabei: ExoMars. Von den vieren ist sie als einzige mit einem Instrument ausgestattet, das gezielt nach Lebensspuren suchen soll. Worüber bisher jedoch noch wenig diskutiert wird, ist die Frage nach den Konsequenzen, falls die Suche erfolgreich verläuft: Wäre das ein Grund, so bald wie möglich Astronauten zum Mars zu schicken? Oder sollten wir umgekehrt in so einem Fall vorerst ausdrücklich darauf verzichten?

In dem Roman „Die letzte Crew des Wandersterns“ gehe ich davon aus, dass ExoMars fündig wird und bald darauf Proben zur Internationalen Raumstation ISS geschafft werden. Dort werden sie im April 2028 in sicherem Abstand von der Erdoberfläche untersucht. Beim Verfassen war ich mir des Risikos bewusst, dass diese fiktive Geschichte schon bald von der Wirklichkeit überholt werden könnte: Allein wenn der Start der Sonde verschoben werden müsste, wäre sofort der gesamte Zeitplan über den Haufen geworfen. Berichte über einen misslungenen Test des Landefallschirms im vergangenen August haben mich daher zuletzt etwas nervös gemacht, aber ansonsten nicht weiter beunruhigt: Dem Kern der Geschichte, in der es vorrangig um den Umgang mit fremdem Leben geht, würde eine solche Zeitverschiebung nicht nachhaltig schaden.

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