Evangelische Kirche untersucht intern rechtsnationale Strömungen


Gibt es rechtslastige Tendenzen in den eigenen Reihen? Oder werden Mitglieder vorschnell diffamiert? Auf der Synode geht es um Ängste und Vorurteile. Aus der Kirche kommt auch Kritik an Sprechverboten.

Claudia Becker | WELT

Natürlich kommt an diesem Vormittag die Sprache auch auf Carsten Rentzing. Wenn auch nur kurz. Aber dem katholischen Bischof Heinrich Timmerevers ist es wichtig, in seinem Grußwort auf der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) seinen ehemaligen Amtsbruder zu würdigen. Er habe vom ersten Augenblick der ökumenischen Zusammenarbeit an im regelmäßigen Austausch mit ihm gestanden, sagt er in Dresden. Das Miteinander sei stets vertrauensvoll gewesen. Er bedauere den Rücktritt.

Dass der Applaus der Synodalen nur verhalten ist, verwundert nicht. Der ehemalige Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Sachsen hatte im Oktober sein Amt zur Verfügung gestellt, nachdem bekannt geworden war, dass er als Student vor rund 30 Jahren Texte in der Zeitschrift „Fragmente“ verfasst hatte, ein Kulturmagazin, das der Neuen Rechten zugeordnet wird.

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