Funde von St. Pölten bringen neue Erkenntnisse über Syphilis


Dicht unter dem Asphalt haben Archäologen in St. Pölten in Niederösterreich mehr als 22.000 Skelette geborgen. Die Funde zeigen: Syphilis geistert durch Europa nicht erst seit Kolumbus’ Rückkehr aus Amerika. Und der Zahnschmelz verrät noch mehr.

Matthias Röder | WELT

Aus einem großen Sammelgrab bargen Archäologen und Freiwillige in fast zehn Jahren Zehntausende Skelette Quelle: dpa

Die letzten vier Skelette liegen neben den Mauern römischer Ruinen. Dort wurden die Männer oder Frauen vor rund 1000 Jahren bestattet. Ihre Bergung ist der Abschluss einer fast zehnjährigen Grabungsaktion, die ihresgleichen sucht.

„Wir haben jetzt genau 22.134 Skelette gefunden“, sagt Stadtarchäologe Ronald Risy. Unter dem Domplatz von St. Pölten in Österreich waren die Forscher auf einen Friedhof ungeahnten Ausmaßes gestoßen.

Zwischen dem 9. Jahrhundert und 1779 – von da an mussten auf Weisung von Kaiser Joseph II. die Toten außerhalb der Stadt bestattet werden – wurden die Leichen dort meist ohne viel Aufhebens auf einer Fläche von der Größe eines mittleren Fußballfelds verscharrt. Die jetzt angehäufte Skelettsammlung gilt in Umfang und Güte als einzigartig. „Es ist ein Bio-Archiv, das sonst keiner hat“, so Risy.

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