Heute beginnt Vergewaltigungsprozess gegen Apostel Mulakkal


Mord, Vergewaltigung und Korruption erschüttern die katholische Kirche im patriarchalischen Indien. Die Skandale schwächen ihre Position angesichts der Angriffe von Hindunationalisten auf Minderheiten.

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Im neuesten Fall steht Bischof Kannikadass William Antony im Mittelpunkt: 37 Priester seines Bistums Mysuru in Karnataka und das indische Laiennetzwerk „Besorgte Katholiken“ werfen dem Bischof unter anderem finanzielle Unregelmäßigkeiten, Korruption und sexuelles Fehlverhalten vor. In einem Brief haben sie Papst Franziskus um Entlassung des Bischofs gebeten. Es ist einer der derzeit spektakulärsten Kirchenskandale in Indien – und er reiht sich ein in eine Kette von Verfehlungen.

Mit der Verlesung der Anklageschrift beginnt am Montag in Kerala der Vergewaltigungsprozess gegen Franco Mulakkal. Der Bischof von Jalandhar im Punjab soll zwischen 2014 und 2016 im Kloster Kuravilangad in Kerala eine Ordensfrau wiederholt vergewaltigt zu haben. Die Nonne hatte sich zu einer Anzeige bei der Polizei entschlossen, nachdem ihre Briefe mit Vorwürfen gegen Mulakkal an die Bischofskonferenz und den Apostolischen Nuntius in Indien ohne Konsequenzen blieben. Fünf Mitschwestern sehen sich laut Medienberichten wegen öffentlicher Solidaritätsbekundungen für das mutmaßliche Opfer unter massivem Druck seitens der Kirche und ihres Ordens.

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