Ölboom in Guyana

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Die Wirtschaft des südamerikanischen Dschungelfleckens mit Strand soll im nächsten Jahr um 86 Prozent wachsen

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Das Zentrum von Georgetown, der Hauptstadt von Guyana. Foto: Johnldasilva. Lizenz: CC BY 3.0

Bislang kannte man Guyana (wenn überhaupt) vom Massenmord und Massenselbstmord, den der amerikanische Volkstempel-Sektenführer Jim Jones dort am 18. November 1978 mit gut 900 seiner Anhänger durchführen ließ. Sonst schien an dem von deutlich weniger als einer Million Menschen bevölkerten Gebiet zwischen Orinoko und Amazonas wenig Bemerkenswertes.

Das ändert nun eine Prognose des Wirtschaftsnachrichtenportals Bloomberg, die dem Land für 2020 mit 86 Prozent ein Wirtschaftswachstum vorhersagt, von dem nicht nur alte Industrieländer wie Deutschland, sondern auch neue wie China nur träumen können. 2019 wuchs und wächst Guyana voraussichtlich nur um 4,4 Prozent. Die vorhergesagte Steigerung um 81,6 Punkte soll durch die Kombination von drei Faktoren möglich werden:

Eine (bereits erwähnte) niedrige Einwohnerzahl. Ein niedriger Ausgangspunkt für das bestehende Wirtschaftswachstum – derzeit ist Guyana nämlich noch das zweitärmsten Land auf dem südamerikanischen Kontinent. Und – last, but not least – das Ölfeld „Liza“, das 2015 vor der Küste entdeckt wurde und im Dezember vom amerikanischen ExxonMobil-Konzern und der China National Offshore Oil Corporation (CNOOC) angezapft wird.

„Das reichste Land der Hemisphäre und möglicherweise das reichste Land der Welt“

In den kommenden Monaten sollen dann drei weitere Bohrungen im etwa 26.800 Quadratkilometer großen Stabroek Block folgen, der laut United States Geological Survey (USGS) weltweit zweitgrößten bisher noch nicht erschlossenen Ölquelle. Insgesamt wurden vor der Küste Guyanas bislang 13 Ölfelder mit einem geschätzten Gesamtvolumen von fünf bis zehn Milliarden Barrel Öl entdeckt. So viel, wie seit der Jahrtausendwende in keiner anderen Weltgegend.

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