Präsident Morales tritt zurück und spricht von „Putsch“


  • Nach 13 Jahren als Präsident Boliviens hat Evo Morales seinen Rücktritt erklärt.
  • Der Militär- und der Polizeichef des Landes hatten ihn aufgefordert, seinen Stuhl zu räumen.
  • Hintergrund sind die wochenlangen Proteste der Bevölkerung und der Vorwurf des Wahlbetrugs nach Morales‘ Wiederwahl vor drei Wochen.

Sebastian Schoepp | Süddeutsche Zeitung

Nach 13 Jahren als Präsident Boliviens hat Evo Morales am Sonntag seinen Rücktritt erklärt. Er habe dem Parlament ein Rücktrittsschreiben geschickt, sagte der linke Staatschef in einer Fernsehansprache am Sonntag. „Unser großer Wunsch ist es, dass der soziale Frieden wiederkehrt“, sagte er. Auch sein Vizepräsident Álvaro García Linera trat zurück. Der Rücktritt erfolgte offenbar auf Druck von Militär und Polizei nach wochenlangen Unruhen.

Morales sprach später am Sonntagabend von einem Putsch gegen ihn. Er richtete sich in einer Ansprache an seine Gegner, die einen in seinen Worten „Bürgerputsch“ angezettelt hätten. Mit Verweis auf die anhaltenden politischen Spannungen erklärte Morales später auf Twitter, dass die Polizei einen „illegalen“ Haftbefehl gegen ihn habe und dass „gewalttätige Gruppen“ sein Haus angegriffen hätten.

weiterlesen