Mit den Mooren das Klima schützen


Weltweit werden Moore entwässert und gerodet, um Platz für Plantagen und Forste zu schaffen. Das hat Folgen fürs Klima, denn intakte Moore binden grosse Mengen an Treibhausgasen.

Sven Titz | Neue Zürcher Zeitung

Diese Luftaufnahme aus dem Jahr 2012 zeigt ein Moor auf Sumatra (Indonesien), das für die Gewinnung von Holz zur Papierherstellung gerodet wird. Dies und die Entwässerung von Mooren trägt erheblich zum Ausstoss von Treibhausgasen bei. (Bild: Kemal Jufri / Greenpeace)

Moore beherbergen nicht nur viele seltene Tier- und Pflanzenarten, sie spielen auch eine wichtige Rolle für das Klima. Die dort wachsende Biomasse wird nach dem Absterben nämlich kaum zersetzt, sondern lagert sich in Form von Torf ab. Moore besitzen dadurch die Fähigkeit, Kohlenstoff aufzunehmen und dauerhaft zu speichern – sie sind «Kohlenstoffsenken». Legt der Mensch das Moor trocken, kehrt sich der Prozess um: Die einstigen Feuchtgebiete setzen dann grosse Mengen an Treibhausgasen frei – vor allem Kohlendioxid, Methan und Lachgas.

Moorflächen so gross wie Spanien sind verschwunden

Wie gross das Problem ist, verdeutlicht jetzt eine Studie von Jens Leifeld am Forschungsinstitut Agroscope in Zürich und zwei Fachkolleginnen. Zwischen 1850 und 2015 sind gemäss den Autoren weltweit Moore mit einer Fläche von über 50 Millionen Hektaren verloren gegangen, wie in der Fachzeitschrift «Nature Climate Change» nachzulesen ist.1 Das entspricht ungefähr der Fläche Spaniens. Für ihre Studie haben die Forscher bereits publizierte Daten zusammengefasst und mit Modellen ihre Schlüsse für das Klima gezogen.

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