Winkerkrabben und Wünschelruten


Ein Besuch auf der Esoterikmesse: Vielleicht ist es ein gutes Zeichen, dass sich Esoterik so gerne als Wissenschaft tarnt.

Florian Aigner | futurezone.at

Winkerkrabben beherrschen einen bemerkenswerten Trick: Wenn ihre Greifschere bei Revierkämpfen kaputtgeht, dann lassen sie sich einfach eine neue wachsen. Nach kurzer Zeit haben sie eine große, imposante Ersatzschere. Die ist zwar aus schlechtem Material und geht leicht kaputt, aber macht nichts, denn in Winkerkrabbenkreisen wird die Schere meist nur furchterregend in der Luft herumgewedelt, zum echten Kampf kommt es selten.

Für die anderen Krabben sehen die nachgewachsenen Schnellbau-Scheren täuschend echt aus, und so kommen auch Winkerkrabben mit völlig kampfuntauglicher Placebo-Schere meist recht gut durchs Leben – zumindest so lange sie echten Härtetests aus dem Weg gehen.

Räucherstäbchen mit Quantentechnologie

An diese Winkerkrabben fühle ich mich erinnert, wenn ich durch eine Esoterikmesse spaziere. Dort findet man nämlich nicht bloß Duftkerzen, Räucherstäbchen und Meditations-Klangschalen, sondern erstaunlich vieles, das täuschend echt nach Wissenschaft aussieht: Apparate und Messgeräte stehen herum, auf Plakaten kann man über „Quanten-Technologie“ und „Wassermolekülcluster“ lesen. High-Tech Informations-Plättchen werden mit geheimnisvoller Energie aufgeladen.

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