Kirchensteuer für Entschädigungen? Im Extremfall geht es nicht anders


Bei der Missbrauchsentschädigung müsse man auch über die Kirchensteuer reden: Dafür wurde Bischof Stephan Ackermann heftig attackiert. Doch die Kritiker machen es sich zu leicht, kommentiert Matthias Altmann. Im Extremfall sei nichts anderes möglich.

Matthias Altmann | katholisch.de

Ja, der Vergleich mit der gescheiterten PKW-Maut von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer war unglücklich gewählt. Inzwischen hat sich der Trierer Bischof Stephan Ackermann dafür entschuldigt. Doch seine Aussage, dass durch die angedachte Neuregelung der Entschädigungszahlungen an Opfer sexuellen Missbrauchs durch Geistliche kein Weg an einer Diskussion über die Finanzierung aus Kirchensteuermitteln vorbei führe, ist damit noch nicht vom Tisch.

Ein oft gehörter Vorschlag lautet, die Bischöfe sollen für die Finanzierung der Summen auf einen Teil ihres Gehalts verzichten. Das wäre zwar sicher eine nette Geste mit großem symbolischem Wert – mehr aber nicht. Bislang kann es in den meisten Fällen vermieden werden, Betroffene aus Kirchensteuermitteln zu entschädigen. In Trier etwa, Ackermanns Bistum, werden noch lebende Täter an den Zahlungen beteiligt; Opfer von verstorbenen Tätern erhalten das Geld aus dem Bischöflichen Stuhl, der sich unter anderem aus Immobilienbesitz und Stiftungen zusammensetzt. Doch ob das in Zukunft so weitergeführt werden kann, ist fraglich. Im Vorschlag zur Neuregelung der Entschädigungszahlungen ist von Summen bis zu 400.000 Euro pro Person die Rede. Viele deutsche Diözesen werden sich das schlicht und ergreifend nicht leisten können. Da reicht weder ein Teil des Bischofsgehalts noch das Volumen von so manchem Bischöflichen Stuhl aus.

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