Schönborn: Auch vorkonziliare Kirche war anfällig für Missbrauch


War die 68er-Bewegung einer der Hauptauslöser für Missbrauch in der Kirche? Das schrieb Benedikt XVI. in einem vieldiskutierten Aufsatz. Wiens Kardinal Christoph Schönborn sieht das anders – und wendet sich gegen eine einseitige Romantisierung der Vorkonzilszeit.

katholisch.de

Laut dem Wiener Kardinal Christoph Schönborn ist die katholische Kirche nicht erst seit der Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil anfällig für Missbrauch. „Die Zahlen aus Österreich sprechen eine andere Sprache“, entgegnete Schönborn auf Aussagen, wonach Missbrauch durch die sogenannte 68er-Bewegung verstärkt worden sei. Er äußerte sich bei einem Vortrag am Montagabend an der Universität Wien. Zweifellos, so der Kardinal, hätten die 68er zu Liberalisierung und Begünstigung von Missbrauch geführt. Das Ausmaß der Missbrauchsfälle in der Zeit vor dem Konzil (1962-1965) aber „gibt zumindest zu Denken“. Als einen Grund machte er die „Geschlossenheit des Systems“ in der Kirche aus. Denn, so Schönborn: „In geschlossenen Systemen ist Missbrauch sehr viel häufiger als in offenen.“

Mit vollen Kirchen und einem intensiven religiösen Leben sei die Kirche der Zeit vor dem Konzil in vieler Hinsicht faszinierend gewesen, erinnerte der Wiener Erzbischof. „Aber es war auch die Autorität des Priesters in einer Weise überhöht, die ungesund war“, fügte er hinzu. „Und es konnten offensichtlich in diesem geschlossenen System Machtmissbrauch und dann auch sexueller Missbrauch Platz finden.“ Auch das System von Internaten habe zum Missbrauch beigetragen.

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