Frauenrechte, Schwule, Atheismus: Was Saudi Arabien unter Extremismus versteht


Lebensweisen und Einstellungen, die im Westen längst Teil der Gesellschaft sind, werden im islamisch dominierten Saudi Arabien noch immer abgelehnt. Am Wochenende veröffentlichte die Regierung ein Twitter-Video, in dem zum Beispiel Feminismus, Atheismus und Homosexualität als Formen des Extremismus bezeichnet werden.

FOCUS Online

In dem mittlerweile entfernten Video des Präsidiums für Staatssicherheit wurden die Zuschauer laut der Nachrichtenagentur Reuters vor „Perversionen“ gewarnt: „Vergiss nicht, dass jeglicher Exzess auf Kosten der Heimat als Extremismus verstanden wird.“ Am Montag folgte dem Aufruf ein Artikel in der staatlich kontrollierten Zeitung Al Watan. Darin erinnerte die Zeitung laut „Washington Post“ dass auf „extremistisches Benehmen“ Strafen wie Gefängnis und Auspeitschen folgten.

Saudi Arabien distanzierte sich von den Inhalten

Am Dienstag distanzierte sich Saudi Arabien von den Inhalten, das Video sowie der Artikel wurden gelöscht. Der Chef der verantwortlichen Regierungsbehörde erklärte, das Video enthalte „viele Fehler“ und sei von einer unauthorisierten Person veröffentlicht worden.

Der Widerruf täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass das Königreich trotz der Reformen des Kronprinzen Mohammed bin Salman weiterhin repressiv gegen gesellschaftlichen Fortschritt vorgeht.

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