Als „Ungläubige“ Mekka befreiten


Vor 40 Jahren, am 20. November 1979, besetzten Aufständische die Große Moschee in Mekka. Das stellte Saudi-Arabien vor militärische und theologische Probleme. Das Königreich brauchte zwei Wochen, bis das wichtigste islamische Heiligtum zurückerobert war.

Christian Röther | Deutschlandfunk

November 1979: Während sich noch etliche Besatzer in den Kellergewölben verborgen halten, besuchen Pilger (r) unter Aufsicht von Sicherheitskräften bereits die Kaaba (picture-alliance / dpa – Bildarchiv / UPI)

20. November 1979: Rund 500 bewaffnete Männer besetzen die Große Moschee in Mekka. Die Moschee beherbergt das wichtigste islamische Heiligtum: die Kaaba. Die Männer nehmen hunderte Pilger als Geiseln und postieren Scharfschützen auf den Minaretten. Ihr politisches Ziel: Sie wollen die vergleichsweise liberale saudische Regierung stürzen, erklärt der Islamwissenschaftler Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik:

„Es handelte sich um eine Gruppe von Islamisten, die alle der Auffassung waren, dass der Modernisierungskurs des saudi-arabischen Staates, die pro-westliche Orientierung des saudi-arabischen Staates, in die Irre führten. Und sie besetzen die Große Moschee, um die Familie Saud, die damals in Saudi-Arabien schon seit über 200 Jahren herrschte, zu stürzen.“

Die Aufständischen kommen nicht nur aus Saudi-Arabien, sondern auch aus anderen arabischen Staaten. Sie eint auch ein religiöses Ziel. Das hängt mit dem Datum zusammen: dem Beginn eines neues islamischen Jahrhunderts.

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