Selbst die Grenze hat eine Stimme


In Nordirland hilft nur noch Galgenhumor: Die britische Provinz fühlt sich von allen Seiten verkauft. Die bitterste Ironie ist die Zwickmühle, in die Boris Johnson die nordirischen Konservativen gebracht hat.

Gina Thomas | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Zeit, so scheint es mitunter, ist an der nordirisch-protestantischen Democratic Unionist Party (DUP) vorbeigegangen. Als belagerte Minderheit auf einer Insel, in der die Sympathien eher bei den katholischen Nationalisten liegen, hat die inzwischen größte unionistische Partei eine Bunkermentalität entfaltet und sich ein dickes Fell zugelegt. Sie scheut sich nicht, stur und borniert Positionen zu beziehen, die andere Parteien unter gesellschaftlichem Druck längst als unhaltbar ansehen.

Abgesehen von ihrer Daseinsmission, ein vereinigtes Irland zu verhindern und die Union mit dem Vereinigten Königreich aufrecht zu erhalten, sind es meist sozialkonservative Gegenpositionen: Die DUP widersetzt sich der Abtreibung und der Ehe für alle. Führende Mitglieder der Partei befürworten die Todesstrafe und fordern, dass der Kreationismus in Schulen unterrichtet werden soll. Ihr ehemaliger Umweltminister in der seit fast drei Jahren suspendierten nordischen Regionalregierung hält Ausgaben zur Bekämpfung des Klimawandels für Schwindel und tut Klima-Aktivisten als Anhänger einer „pseudo-hysterischen Religion“ ab.

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