Koloniale Beute: Rückkehr an den Ursprungsort

Bild von jacqueline macou auf Pixabay

Endlich sind Kunstwerke aus Nigeria und Benin wieder dort zu sehen, wo sie entwendet wurden. Vor Ort ist die Freude groß.

Katrin Gänsler | taz

Theophilus Umogbai ist die Freude anzuhören. „Seit 2010 arbeiten wir daran, dass die Bronzen endlich in Nigeria gezeigt werden können“, sagt der Kurator des Museums von Benin City. Die Stadt liegt im nigerianischen Bundesstaat Edo und ist Sitz des Oba, des traditionellen Herrschers von Benin. Von hier stammen viele der mehr als 3.000 Artefakte, die im Jahr 1897 während der Benin-Expedition von wohlhabenden Kaufleuten und britischen Regierungsvertretern nach Europa geschafft worden waren. Darin erinnert im Nationalmuseum ein unscharfes Schwarz-Weiß-Foto, das die erbeuteten Objekte zeigt: aus Palästen gestohlen und anschließend lieblos im Sand aufgereiht.

Im vergangenen Jahr hat sich die Benin ­Dialogue Group, die aus Kuratoren verschiedener Museen in Europa und Nigeria sowie Vertretern der nigerianischen Regierung und dem beninischen Königspalast besteht, darauf geeinigt, die Artefakte aus Benin City an ihrem Ursprungsort zu zeigen. Jahrelange Diskussionen waren dafür nötig. „Ich bin sehr glücklich darüber“, sagt Umogbai.

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