Zentrale Gedenkstätte für Justiz im NS-Staat neu eröffnet


Die NS-Gedenkstätte in der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel hat am Sonntag ihr neu errichtetes Dokumentationszentrum eröffnet. Die Gedenkstätte und die neue Ausstellung sollten künftig zu wichtigen Orten der Aufklärung und des Gedenkens werden, sagte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) bei einem Festakt im Wolfenbütteler Lessingtheater: „Sie zeigen eindrucksvoll, wie schnell der Rechtsstaat ausgehöhlt und am Ende abgeschafft werden kann, wie fragil die Grundrechte und die Demokratie sind, wenn sie nicht verteidigt und mit Leben gefüllt werden.“

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Roland Freisler (Mitte) zwischen den Beisitzern Hermann Reinecke (links) und Ernst Lautz (rechts) bei einer Sitzungseröffnung während des Prozesses gegen die Mitglieder des Kreisauer Kreises und dessen Umfeld nach dem Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944. Bundesarchiv, Bild 151-39-23 / CC-BY-SA 3.0

Mit dem rund fünf Millionen teuren Neubau ist Wolfenbüttel nach Angaben der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten die zentrale deutsche Gedenkstätte zur Geschichte von Justiz und Strafvollzug im Nationalsozialismus. Dort ist künftig die Dauerausstellung „Recht, Verbrechen, Folgen – Das Strafgefängnis Wolfenbüttel im Nationalsozialismus“ zu sehen. Auf rund 300 Quadratmetern zeigen dabei mehrere Hundert Dokumente, Fotos und Exponate, wie eng Justiz und Strafvollzug im NS-Staat mit dem System von Terror und Verfolgung verflochten waren. Mit Hilfe von Computer- und Bildtechnik zeichnet die Ausstellung unter anderem die Biografien einzelner Opfer und Täter nach.

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