In Deutschland könnten Patienten bald Schweineherzen transplantiert werden


Sechs Monate lebte ein Affe mit einem Schweineherz. Es stammte von Tieren, die nördlich von München gezüchtet werden. Ein Besuch im Hightech-Stall.

Sascha Karberg | DER TAGESSPIEGEL

Ein Ferkel wird in seinem Stall untersucht.Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Nach der Arbeit im Schweinestall duschen zu wollen, leuchtet jedem ein – jedem, der den Geruch von Gülle schon einmal in der Nase hatte. In diesen Stall nördlich von München jedoch kommt nur, wer vorher gründlich duscht, dann in penibel saubere Arbeitskleidung und Gummistiefel schlüpft und vor allem sein Wurstbrot draußen lässt.

„Es geht darum, die Schweine vor uns, vor den Viren und Bakterien, die wir mitschleppen könnten, zu schützen“, sagt Barbara Kessler. Denn einige der 350 Schweine, um die sich die Veterinärin im „Moorversuchsgut“ der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in Oberschleißheim bei München kümmert, sind etwas ganz Besonderes: Sie sind genetisch so verändert, dass ihre Organe in den Menschen verpflanzt und etwa Patienten mit Herz- oder Nierenversagen das Leben retten könnten.

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