Razzien wegen Hawala-Banking: Verbotener Geldtransfer in die Türkei


  • Ermittler durchsuchen seit heute Morgen gut 60 Wohnungen und Firmen, vor allem in Nordrhein-Westfalen.
  • Der Vorwurf: Millionensummen sollen auf illegalem Weg aus Deutschland in die Türkei geschleust worden sein.
  • Die Verdächtigen sollen zu einem gut organisiertem Netzwerk gehören und für ihre Transaktionen eine Art Hawala-Banksystem benutzt haben.

Arne Hell, Georg Mascolo | Süddeutsche Zeitung

Funktionsweise von Hawala: 1 – A übergibt Geld (rot) an X und nennt ihm den Code (blau); 2a/2b: Code wird unabhängig voneinander an B sowie M mitgeteilt; 3a: B nennt gegenüber M das Codewort, 3b: woraufhin M weiß, dass B rechtmäßiger Empfänger ist und ihm das Geld aushändigt. Bild: wikipedia.org/Wutzofant – CC BY-SA 3.0

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf und das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt gehen seit dem Morgen gegen eine Gruppe von mutmaßlichen Geldschiebern vor. Ihnen wird vorgeworfen, ein illegales System aufgebaut zu haben, um Bargeld aus Deutschland unerkannt in die Türkei zu transferieren. Durchsucht werden seit 6 Uhr unter anderem Edelmetallfirmen, Juweliere und Privatwohnungen. Gegen insgesamt sechs Personen liegen Haftbefehle vor. Der Tatvorwurf lautet auf Bildung einer kriminellen Vereinigung und Verstoß gegen das Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz.

Der Schwerpunkt der Durchsuchungen liegt in Nordrhein-Westfalen. Der Hauptverdächtige soll nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR aus Duisburg kommen und dort einen Metallhandel führen. Durchsuchungen gibt es auch in Hessen, Berlin und in den Niederlanden.

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