Wenn Rechte sich dagegen wehren, in die „rechte Ecke“ gestellt zu werden


Sollte überhaupt jemand in die Ecke gestellt werden? Und wenn ja, wer bestimmt darüber, in welcher jemand sein soll? Die Kolumne.

Katja Thorwarth | Frankfurter Rundschau

Die Ecke hat schon seit längerem einen verdammt schlechten Ruf. Immerhin hatte sie bis 1997 als erzieherische Zwangsmaßnahme für all jene Pädagoginnen und Pädagogen herhalten müssen, die das Verbot des Rohrstocks nie haben verwinden können und die die in Ungnade gefallenen Zöglinge in ihre verhasste Ecke verbannten.

Im Idealfall mit dem Gesicht zur Wand, auf dass die Rotzgöre die Schuld am eigenen Leib spüre und die Blicke der Unbescholtenen auf ihrem Rücken lasten – ausgestoßen, verbannt, eben in die Ecke gestellt, bis der Lehrmeister ein Einsehen habe mit dem kleinen Sünderlein.

Mittlerweile steht dieses Züchtigungsinstrument unter Strafe, dennoch – oder womöglich gerade deshalb – fühlt sich ständig jemand im übertragenen Sinne „in die Ecke gestellt“. Bevorzugt in die rechte, wobei mitunter auch er oder sie betont, sich in selbige nicht stellen zu lassen.

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