In Türkei verhafteter Anwalt: Eine diplomatische Kampfansage


Im Fall des Anwalts Yilmaz S. ist noch vieles unklar: Hat er bei seiner Arbeit fürs Auswärtige Amt gegen türkisches Recht verstoßen? Oder steckt vor allem politisches Kalkül hinter der Verhaftung?

Oliver Mayer-Rüth | tagesschau.de

Die Akte sei als geheim eingestuft, so der Strafverteidiger des verhafteten türkischen Kooperationsanwalts der Deutschen Botschaft in Ankara gegenüber der ARD. Dementsprechend kurz angebunden antwortet er während des Telefongesprächs. Ein Fernsehinterview wolle er nicht geben und seinen Namen derzeit auch nirgends lesen. Er könne lediglich bestätigen, dass ein Spionagevorwurf gegen seinen Mandanten im Raum steht.

Was Yilmaz S. jedoch genau verbrochen haben soll, sei ungewiss. Allerdings brächten ihn Aussagen der türkischen Staatsanwaltschaft zur Schlussfolgerung, dass es sich um eine diplomatisch heikle Angelegenheit handeln dürfte. Schließlich habe der ermittelnde Staatsanwalt kommentiert, die deutschen Behörden hätten sich mit ihren Fragen nicht an seinen Mandanten, den Kooperationsanwalt Yilmaz S., sondern an den türkischen Staat direkt wenden müssen.

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