Völkische Expansion: Neonazis suchen Lebensraum


Berühmt wurde das Dorf Jamel mit einem Foto. Es zeigt eine Garagenwand, auf der in Frakturschrift steht: „Dorfgemeinschaft Jamel. frei – sozial – national“. Daneben ist eine idealisierte blonde Familie aufgemalt. Der Ort wurde als „Nazidorf“ bekannt, den Ton gibt dort Sven Krüger an, der sich schon als Jugendlicher in der rechtsextremen Subkultur zwischen Kameradschafts- und Rechtsrockszene bewegte.

Andreas Speit | taz

Hoch die rechte Fahne: NPD-Anhänger feiern den Tag der Arbeit in Schwerin. Foto: dpa

Krüger ist es gelungen, in dem nahe der Lübecker Bucht gelegenen Dorf nach und nach Kameraden anzusiedeln. Bei einer bekannten Nazi-Gegnerin im Dorf brannte die Scheune ab.

Jamel ist ein Beispiel für die Strategie der rechten Szene, neue Räume zu erobern. Die Motive für die völkische Landnahme sind verschieden, doch die Landnehmer eint der Glaube, eine Kulturrevolution gegen den „Großen Austausch“ der „autochthonen“ Bevölkerung zu führen und eine „Islamisierung“ der eigenen Heimat zu verhindern.

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