„Von ganz oben“ – Die Perspektive auf den Amri-Komplex verändert sich

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Der Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses Berlin tut sich allerdings schwer, Konsequenzen aus dem Auftritt des Kriminalbeamten aus Nordrhein-Westfalen im Bundestag zu ziehen

Thomas Moser | TELEPOLIS

Die aufsehenerregende Aussage eines Beamten des Landeskriminalamtes von Nordrhein-Westfalen am 14. November im Untersuchungsausschuss des Bundestages verändert die Perspektive auf den Terroranschlag vom Breitscheidplatz, die mutmaßliche Tätergruppe sowie den mutmaßlichen Haupttäter Anis Amri.

„Von ganz oben im Bundeskriminalamt sowie im Bundesinnenministerium“ sei die Anweisung ergangen, wie ihm erklärt worden sei, einen Informanten von dem umtriebigen und gewaltbereiten Islamisten Amri abzuziehen – so der Zeuge während seiner Befragung ( Der Amri-Skandal erreicht Ex-Innenminister De Maizière). Ein Sprecher des Innenministeriums (BMI) hat das am Folgetag in der Bundespressekonferenz mündlich dementiert, eine Woche danach ist der Konflikt offener denn je – es steht Aussage gegen Aussage.

Der streitbare Beamte, Kriminalhauptkommissar Rasmus Maruhn, Leiter der Ermittlungen gegen den mutmaßlichen IS-Statthalter in Deutschland, hatte im Februar 2018 auch im parlamentarischen Untersuchungsausschuss von Berlin ausgesagt. Damals gab es den Ausschuss im Bundestag noch nicht. Die nämliche Auseinandersetzung um die Polizeiquelle VP 01 erwähnte Maruhn im Abgeordnetenhaus nicht.

Er war noch mehr Antworten schuldig geblieben, unter anderem weil der Generalbundesanwalt zu jener V-Person 01 „Murat“, aber auch zu einem Islamisten namens „Bilel“ sowie zu verschiedenen Aspekten der Causa Amri, ein Auskunftsverbot verhängt hatte.

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