Lieferengpässe bei Medikamenten

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Manche Arzneien sind in Deutschland über Wochen oder gar Monate nicht lieferbar – vielfach werden die Rabattverträge der Gesetzlichen Krankenkassen dafür verantwortlich gemacht

Christoph Jehle | TELEPOLIS

Praktisch jeder Apotheker in Deutschland kann davon berichten, dass Patienten mit aktuellen Rezepten für Medikamente nicht entsprechend bedient werden können, weil das verordnete Medikament nicht lieferbar ist. Dass eine Apotheke nicht alle Medikamente vorrätig hat, ist heutzutage durchaus üblich.

Normalerweise kann sie diese jedoch binnen eines halben Arbeitstages über den Großhandel beschaffen. Seit geraumer Zeit gibt es jedoch auch im Pharmagroßhandel immer häufiger Lieferengpässe. So meldet das Bundesinstitut aktuell (Stand 24.11.2019) für 291 Medikamente Lieferengpässe, die vom jeweiligen pharmazeutischen Unternehmer gemeldet wurden. Diese Zahl umfasst nur Humanarzneimittel, nicht jedoch Humanimpfstoffe.

Die Informationen über Humanimpfstoffe finden sich auf den Seiten des Paul-Ehrlich-Instituts. Eine weitere Quelle für Informationen über nichtlieferbare und lieferbare Medikamente sowie Impfstoffe bietet die Gelbe Liste.

Als Grund für Lieferengpässe werden oft Produktionsprobleme, teilweise auch Knappheiten bei den Wirkstoffen genannt, weil ein Zulieferer einen Wirkstoff oder einen anderen Grundstoff zu spät geliefert hat. Hier spielt mit Sicherheit auch die Tatsache ein wichtige Rolle, dass die Wirkstoffproduktion aus Kostengründen immer häufiger nach Indien und China verlagert wird, wo als zusätzliche Ungewissheit in der Lieferkette die kontinuierliche wirtschaftliche Optimierung der Fertigung beachtet werden sollte.

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