Neue Verhaftungswelle in Saudiarabien trifft Schriftsteller, Blogger und Journalisten


Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman will sein Land gesellschaftlich und wirtschaftlich öffnen. Zugleich aber unterdrückt er mit eiserner Hand selbst die geringste Kritik.

Christian Weisflog | Neue Zürcher Zeitung

Seit der Ermordung des regimekritischen Journalisten Jamal Kashoggi durch ein saudisches Spezialkommando vor gut einem Jahr in Istanbul ist es zu keinen weiteren Tötungen mehr gekommen. Abweichende Meinungen aber werden in Saudiarabien weiterhin gnadenlos unterdrückt. Gemäss saudischen Menschenrechtsorganisationen wurden in den vergangenen Tagen rund zwölf Schriftsteller, Blogger und Journalisten verhaftet.

Unter ihnen befindet sich zum Beispiel der liberale Denker und Blogger Fuad al-Farhan. Er war einer der ersten saudischen Dissidenten, die kritische Beiträge im Internet unter ihrem richtigen Namen veröffentlichten. 2008 verbrachte er bereits einmal vier Monate in Haft. Zuvor hatte der IT-Unternehmer eine Liste mit 25 Gründen publiziert, warum er bloggt. Einer davon: «Weil Gesellschaften sich nicht weiterentwickeln, bis sie die Meinungen ihrer Mitglieder respektieren.»

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