Giftiges Säugetier überrascht Forscher


Aus einem Enzym, das auch wir im Speichel haben, ist beim Dominikanischen Schlitzrüssler ein Gift geworden

DERSTANDARD

Solenodon paradoxus, ein entfernter Verwandter von Spitzmäusen, Maulwürfen und Igeln, ist der seltene Fall eines giftigen Säugetiers. Foto: Lucy Emery

Gift ist eine Waffe, die viele Wirbeltiere im Köcher stecken haben. Allerdings ist sie sehr unterschiedlich verteilt: Unter Knochen- und Knorpelfischen sowie Amphibien ist Gift weit verbreitet. Bei der Gruppe, die früher Reptilien hieß, beschränkt es sich auf Schlangen und Echsen – giftige Schildkröten oder Krokodile gibt es hingegen nicht. Und die Vögel setzen komplett aus, sieht man von der einen oder anderen Art ab, die durch die Aufnahme giftiger Nahrung so viel an Toxinen im Körper anreichert, dass sie selbst ungenießbar wird.

Und die Säugetiere? Da gibt es nur ein paar Beispiele, und die sind weit über den Stammbaum verteilt. So hat das Schnabeltier einen Giftsporn an der Ferse und der Kayan-Plumplori, ein urtümlicher Primat, einen giftigen Biss, der allerdings auf recht umständliche Weise zustande kommt: Die Giftdrüse sitzt am Arm, der Lori muss also erst daran lecken, damit sich das Gift im Speichel verteilt. Von der Eleganz und Effektivität einer Giftinjektion, wie sie Schlangen praktizieren, ist das weit entfernt.

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