Können Hummeln von Neonicotinoiden profitieren?


Neonicotinoide gelten als mitverantwortlich für das Insektensterben. Doch nicht alle dieser Mittel sind in jedem Fall schädlich für Bestäuber, wie nun eine Studie enthüllt. Demnach wirkte sich der Einsatz des in der EU momentan noch erlaubten Pestizids Thiacloprid auf Wiesenkleefeldern nicht negativ auf dortige Hummelkolonien aus. Indirekt könnten die Bestäuber von einer weiteren Zulassung dieses Pestizids sogar profitieren – wenn es maßvoll eingesetzt wird. Denn ist das Mittel verboten, bauen Landwirte den Forschern zufolge womöglich weniger anfällige und nicht blühende Pflanzen an. Genau darunter aber leiden die Kolonien, wie die Ergebnisse nahelegten.

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Eine Hummel sammelt Pollen und Nektar einer Kleeblüte. (Bild: American Chemical Society)

Blütenreiche Nutzpflanzen versorgen Bienen mit wertvollem Nektar. Wurden sie mit Pestiziden behandelt, stellen sie für die Bestäuber jedoch eine potenzielle Gesundheitsgefahr dar. Denn Insektizide wie die Neonicotinoide können erwiesenermaßen nicht nur den Schädlingen schaden, die sie bekämpfen sollen, sondern auch Honigbienen, Hummeln und Co. Aus diesem Grund sind drei dieser Mittel in der Europäischen Union inzwischen für den Freilandeinsatz verboten worden. Die Zulassung für ein viertes Neonicotinoid, Thiacloprid, läuft im April 2020 aus und soll nicht verlängert werden. Noch dürfen Landwirte dieses und ein weiteres Mittel allerdings in vielen EU-Ländern verwenden.

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