Recht auf Leben mit gesunden Mikroben?

Bild von Arek Socha auf Pixabay

US-Wissenschaftler sehen den Zugang zu die Gesundheit förderlichen Mikroben als Symptom der Ungleichheit an

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Wer arm ist, hat eine mitunter deutlich geringere Lebenszeit, ernährt sich schlechter, erwirbt meist eine geringere Ausbildung, lebt in weniger schönen Häusern und Umgebungen und kann sich natürlich vieles nicht leisten. Wissenschaftler von der University of Oregon haben nun auch einen „Zugang zu Mikroben“ in ihrem Beitrag für PLoS Biology ausgemacht, der Arme von Reichen unterscheidet. Das ist schlicht eine Folge des Zugangs zu frischen Lebensmitteln, guter Luft und gutem Wasser, vor- und nachgeburtlicher Bedingungen und gesunden Wohnverhältnissen.

Bakterien seien ein integraler Bestandteil der Gesundheit. Ohne die zahlreichen Mitbewohner des Körpers, vor allem ohne die bakteriellen Symbionten, wäre unser Körper nicht lebensfähig, auch wenn zumindest auf der Oberfläche des Körpers der Trend vorherrscht, die Lebensnischen wie Haupt-, Achsel- und Genitalhaare zu entfernen, durch häufiges Waschen das Leben auf der Haut, aber auch im Mund, in den Ohren oder an/in den Geschlechtsteilen auszumerzen und damit auch Quellen des bakteriell produzierten Körpergeruchs auszumerzen, der zudem mit Deodorant und Parfüm übertönt wird.

Täglich treffen wir zusätzlich zu den Milliarden von Mikroben, die auf und in unserem Körper leben, auf Zigmilionen Bakterien, Viren, Pilze, Archaea und Protozoen. Je nachdem, wie und wo wir leben, ist die Gemeinschaft der Mikroben eine andere. Menschen haben ein individuelles Mikrobiom, an dem sie sich erkennen lassen. Soziale Ungleichheit, die sich an medizinischen Bedingungen der Gesundheit oder Krankheit festmacht, ist, so die These, gebunden an die An- oder Abwesenheit von Mikroben. Und die Reichen begegnen weniger schädlichen Mikroben und sind auch Wirte, die weniger schädliche oder mehr nützliche Mikroben beherbergen. Der Zugang zu den gesundheitsfördernden Mikroben sei ein Menschenrecht, sagen die Autoren.

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