Stammzellen heilen Herzen – anders als gedacht


Die Injektion von Stammzellen gilt als vielversprechende Möglichkeit, Herzschäden nach einem Infarkt zu heilen. Doch nun enthüllt eine Studie, dass diese Behandlung ganz anders wirkt als bislang angenommen. Demnach produzieren die injizierten Stammzellen nicht etwa neue Herzmuskelzellen oder regen schon vorhandene Herzstammzellen dazu an. Stattdessen verursacht die Injektion eine lokale Entzündung, die das Immunsystem zur schnelleren Wundheilung anregt. Interessanterweise funktioniert dies aber nicht nur mit Stammzellen, sondern auch mit einer immunstimulierenden Chemikalie, wie die Forscher berichten. Gängige Vorstellungen zur Wirkungsweise der Herzstammzell-Therapien müssen daher überdacht werden.

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Bisher haben schon tausende Herzinfarkt-Patienten an klinischen Studien teilgenommen, bei denen der Effekt von Stammzellen auf das geschädigte Herz untersucht wurde. Meist erfolgt dabei eine Injektion von aus adulten Zellen umgewandelten Stammzellen in die Blutbahn oder das Herz. Während sich jedoch in Tierversuchen durch solche Stammzelltherapien die Herzleistung messbar verbesserte, waren die Ergebnisse bei den menschlichen Patienten weit weniger eindeutig und oft eher enttäuschend. Außerdem gilt: „Die mechanistische Basis für diese Stammzelltherapie bleibt unklar“, erklären Ronald Vagnozzi vom Cincinnati Children’s Hospital Medical Center und seine Kollegen. Warum und wie diese Therapie im Herzen wirkt, ist demnach weitgehend bekannt.

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