Trump und die Kriegsverbrecher


Donald Trump hat mehrere Soldaten begnadigt, denen Kriegsverbrechen vorgeworfen wurden. Damit inszeniert er sich als Beschützer der „Krieger“ und hofft, dass ihm das im Wahlkampf hilft.

Frauke Steffens | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der Fall steht für alles, was falsch laufen kann bei den Streitkräften, und doch ist Edward Gallagher ein freier Mann. Der 39 Jahre alte Offizier der Spezialeinheit „Navy Seals“ war wegen des Mordes an irakischen Zivilisten angeklagt, wurde aber von diesem Vorwurf freigesprochen. Ein Militärgericht verurteilte ihn allerdings, weil er mit einer der Leichen für Fotos posiert hatte. Vier Monate Gefängnis hatte er bereits abgesessen – und die Degradierung, die eigentlich folgen sollte, bleibt ihm nun auch erspart.

Ursprünglich wollte die Marine Gallagher noch einmal überprüfen. Er hätte seinen Status in der Marine oder Auszeichnungen verlieren können. Dem kam Donald Trump nun zuvor, indem er Verteidigungsminister Mike Esper anwies, Gallagher mit vollen Privilegien in den Ruhestand gehen zu lassen. Trump begnadigte den Soldaten also nicht, machte aber dessen Degradierung rückgängig.

Der Konflikt um Trumps Eingreifen führte auch dazu, dass Esper am vergangenen Sonntag den Marine-Staatssekretär Richard Spencer entließ. Der wollte Presseberichten zufolge einen Kompromiss mit der Marine aushandeln, so dass zumindest Gallaghers Überprüfung noch hätte stattfinden können – Trump und sein Minister vereitelten das.

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