„Welches Recht hast du, dem Kind das anzutun?“


Eine türkischstämmige Familie aus Norddeutschland unterstützt ihre Tochter in Syrien mit fast 30.000 Euro. Tatsächlich fließt das Geld an den IS. Nun wurde die Familie in Hamburg verurteilt.

WELT

Erstmals ist eine Familie wegen Unterstützung des Islamischen Staates vom Oberlandesgericht in Hamburg verurteilt worden. Die türkischstämmigen Eltern (55 und 54), ein Bruder (32) und eine Schwester (30) aus Neumünster hätten gewusst, dass ihre jüngste Tochter, beziehungsweise Schwester, Nalan B., IS-Mitglied war, und hätten ihr im März 2016 trotzdem mehr als 27.000 Euro über Mittelsmänner geschickt, sagte der Vorsitzende des Staatsschutzsenats, Norbert Sakuth, am Mittwoch. Wie aus einem Antrag der Verteidigung hervorging, lebt die 1993 geborene Tochter zurzeit in einem nordsyrischen Lager.

Die Generalstaatsanwaltschaft hatte für den Bruder dreieinhalb Jahre Haft gefordert, für die Schwester drei Jahre. Die Mutter sollte für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Allein der Vater sollte mit einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren Haft davonkommen. Das Gericht blieb nun deutlich unter dieser Strafforderung und entsprach dem Antrag der Verteidigung, alle wurden zur Bewährung verurteilt. Der Vater bekam neun Monate, Mutter und Sohn erhielten jeweils ein Jahr und drei Monate, die Tochter wurde zu einem Jahr und sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

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