Homöopathischer Obskurantismus und Meinungsfreiheit


Kann Homöopathie Antibiotika ersetzen? Allein die Frage zu stellen, löst einen Shitstrom aus. Es ist höchste Zeit die Freiheit der Rede zu überdenken. Der Kommentar.

Thomas Kaspar | Frankfurter Rundschau

Fakt ist: Es werden zu viele Antibiotika eingesetzt. CSU und Freie Wähler stellen im Bayerischen Landtag einen Antrag, um Alternativen prüfen zu lassen. Diesem konservativen Vorschlag stimmen die Grünen zu. Daraus entwickelt sich ein Paradebeispiel für den Kommunikationsirrsinn unserer Zeit. Aus dem vielseitigen Antrag greift die SPD den Nebensatz heraus, dass auch geprüft werden solle, ob Homöopathie wirksam ist – und verbindet dies mit der grünen Zustimmung.

Und was geschieht dann? „Homöpathie“ und „Grüne“ reichen als Reizkombination, um jede Diskussion unter einem Meer an Beleidigungen zu begraben.

In diesen Tagen wird viel über die Meinungsfreiheit diskutiert. Dabei wird Freiheit ausschließlich so definiert: Hasser dürfen per Gericht bestätigt verbreiten, dass die eine Politikerin eine „Drecksfotze“ sei, der andere ein „Ziegenficker“. Jeder darf Medien, die darüber berichten, pauschal als „Lügenpresse“ verunglimpfen.

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