Wie mit IS-Rückkehrern umgehen? Schneller sein als radikale Islamisten


Ihr Aufnahmeritual in die Terrormiliz IS haben ehemalige Kämpfer oft sehr ähnlich geschildert: Junge Rekruten bilden auf dem Dorfplatz einen Kreis, um sie herum stehen bewaffnete bärtige Männer. Es sind erfahrene Kämpfer, die das Ritual beobachten. Ein Neuer nach dem anderen tritt in die Mitte des Kreises und schwört „dem Kalifat“ des „Islamischen Staates“ (IS) die Treue.

Ahmad Mansour | Frankfurter Rundschau

Ein ISIS-Gefängnis in Hassaka, Syrien. © Carol Guzy/ZUMA Wire/dpa

Darauf zerreißt er vor aller Augen seinen europäischen Reisepass und wirft ihn in ein Feuer. Symbolisch wurde die alte Identität ausgelöscht, um eine neue anzunehmen, eine Handlung, die Ethnologen Übergangsritus nennen, Rite de Passage. 

Terrormiliz IS in Syrien und im Irak weitgehend zerschlagen

In diesem Fall bedeutet sie: „Ab jetzt sind wir Teil des ‚Islamischen Staates‘, unsere Vergangenheit spielt keine Rolle mehr. Jetzt sind wir lebende Märtyrer, bereit für das Kalifat unser Leben zu opfern, bereit zu kämpfen, zu töten und Befehle auszuführen. Länder, in denen wir geboren wurden und aufgewachsen sind, sind nun unsere Feinde.“

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