Der Mythos von der Mondlandung


Es dauerte ein bisschen, bis der NASA-Mondlandungsfilm endlich hier in Wellington, Neuseeland, eintraf – das 50. Jubiläum von „Apollo 11“ hätte ich um ein Haar ratzpatz verpasst

Tom Appleton | TELEPOLIS

Der Film ist aber auch wirklich tödlich langweilig. Alle Behauptungen, dass Stanley Kubrick irgendetwas mit der („angeblich“) gefaketen Mondlandung von 1969 zu tun gehabt haben könnte, werden mit diesem Machwerk auf einen Schlag außer Kraft gesetzt.

Immerhin, es gibt genau zwei Momente im Film, die man gesehen haben muss. Gleich am Anfang sehen wir diese mehr als 100 Meter lange Rakete — ein echtes Monster. Ein wandelnder Iron Man. In Amerika benutzt man ja bis heute keine Maße, die auf dem Dezimalsystem basieren, man muss daher immer ein bisschen raten, was wohl mit „363 Fuß“ gemeint sein könnte.

Diese „Saturn V“ genannte Rakete, die speziell für den Flug zum terrestrischen Mond entwickelt worden war, reichte also 111 Meter vom Erdboden bis zur Spitze, ihr Durchmesser betrug 33 Fuß oder 10 Meter. Wobei ein Fuß niemals einfach nur 30 cm lang ist, sondern 0.3048 Metern entspricht, 33 Fuß betragen 10.0584 Meter. Man braucht regelrecht einen ganzen Satz Logarithmentafeln, um die einfachsten Konversionen zwischen dem amerikanischen und dem europäischen Maßsystem vorzunehmen. Sowas kann schon gelegentlich mal komplett ins Auge gehen.

Hier, im Film, torkelt nun dieser gigantische Feuerwerkskörper auf einem Konvoi von winzigen, panzerartigen Kettenradfahrzeugen daher — Ziel: die Abflugstelle auf Cape Kennedy, dem früheren Cape Carneval. (Das zunächst Cape Canaveral hieß, und später wieder so hieß, aber zwischendurch zu Ehren Kennedys umbenannt worden war. Cape Carneval wurde es, soweit ich weiß, nur im Rheinland genannt.)

Wir sehen im Film, wie die Rakete daherkommt, aufrecht stehend – und der Konvoi nähert sich einer Stufe, er muss vom Gehweg ca. 15 Zentimeter herunterkommen auf die Straße. Jedem Zuschauer ist sofort klar, dass die gesamte Mondflug-Expedition an dieser winzigen Klippe bereits im Vorfeld scheitern wird.

Was geschieht jetzt? Was wird Amerika, was wird die NASA tun? Wir wissen es nicht, denn genau an dieser Stelle hat man „Stop“ gesagt — quasi Filmriss— und die Szene auch nicht später wieder aufgegriffen.

Dabei weiß doch jedes Kind in den USA, dank dem allseits bekannten Bilderbuch von Dr. Seuss, wie es dem hochmütigen Schildkrötenkönig „Yertle the Turtle“ erging. Von ganz hoch oben auf seinem Thron stürzte er herab, weil ganz unten eine unbedeutende kleine Schildkröte einmal husten oder rülpsen musste. So knapp ging auch hier die Mondrakete am Desaster vorbei – aber welchen Kommentar gibt es dazu im offiziellen NASA-Film? Null. Nada. Nicht ein Wort.

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