Drewermann: Kirche muss Missbrauchstäter mit „Sanftmut Jesu“ begleiten


In schuldig gewordenen Priestern müsse die Kirche auch Opfer sehen und diese „mit der Sanftmut Jesu“ begleiten: Der Theologe Eugen Drewermann sieht einen falschen Umgang mit Missbrauchstätern.

katholisch.de

Der Paderborner Theologe und Psychoanalytiker Eugen Drewermann kritisiert den Umgang der Kirche mit Missbrauchstätern. In schuldig gewordenen Priestern müsse sie auch Opfer sehen und diese „mit der Sanftmut Jesu“ begleiten, sagte er am Montagabend in Paderborn. Psychoanalyse und Neurologie könnten zeigen, dass solche Verbrechen nicht in Freiheit verübt werden.

Wo sich Missbrauch zutrage, „da haben sie es mit einer Tragödie zu tun“, so Drewermann. Er sprach von einer Unreife in der sexuellen Entwicklung und einem „Durchbruch von verdrängten Trieben, die unbeherrschbar werden“. Drewermann kritisierte, dass die Kirche aus Angst vor der Öffentlichkeit die Fälle bekannt mache. Sie sollte sie lieber da halten, wo sie begangen worden seien, und nach dem Grundsatz „helfen statt strafen“ handeln. Auf die Frage nach der Verantwortung der Täter für ihre Opfer antwortete Drewermann, für Verbrecher sei es ein langer Weg, bis sie ein Gefühl dafür bekommen, was sie getan haben.

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