Waldorf-Pädagogik: Mit den Prinzipien eines säkularen Humanismus unvereinbar


Es geht im folgenden Artikel beiläufig um die Auseinandersetzung mit Kritikern meiner bisherigen Artikel zum Themenkomplex Anthroposophie und Waldorf-Pädagogik. Vorrangig aber geht es um den Nachweis, dass es nach wie vor evidente Strukturen in der sich auf Steiner berufenden Pädagogik gibt, die es nahelegen, von einer sektenartigen Ordensschule mit Priestern als Lehrer zu sprechen. Und schließlich geht es um den Nachweis, dass sich die verdeckt angewendete Geheimlehre Rudolf Steiners in ihrer stark autoritären Ausprägung mit heutigen evolutionär-humanistischen Grundwerten nicht nur nicht verträgt, sondern anti-aufklärerische Tendenzen befördern hilft.

Volker Kirsch | hpd.de

Anthropologie ist Wissenschaft, natürlich immer nur mit vorläufiger Gültigkeit. Es gibt nur Wissen auf Zeit. Anthroposophie hingegen ist Sekten-Ideologie eines Hellsehers (er nannte sich selbst so!) auf der Basis der von ihm allein „geschauten“ Akasha-Chronik, einer Offenbarung also. Endziel: die endgültige, allgemeinverbindliche höhere Wahrheit und Einsicht schlechthin! In der Universität wird diskutiert und nicht „geschaut“. Steiner jedoch verbietet sich jede Diskussion. So ist Anthroposophie, soziologisch gesehen dann doch mit Religionsgemeinschaften eng verwandt. Wahre Wissenschaft hat ganz ohne Anthroposophie Erkenntnisse gewonnen, von denen Steiner nicht mal träumen konnte. In wissenschaftlichen Debatten kommen Anthroposophen praktisch nicht vor.

Geistige Selbstkastration angesichts eines Hochgebirges an Mist? Das geht einfach nicht!

Über Rudolf Steiner und seinen überheblichen Anspruch einer okkulten Totalerfassung des Kosmos zu reden, wäre völlig obsolet, gäbe es da nicht die Ordensschule mit geheimem Lehrplan unter dem Tarnnamen Waldorf, wo Kinder, die das auch gar nicht durchschauen können, mit sehr befremdlicher Esoterik infiziert werden und wohin leider oft sehr unzulänglich oder einseitig informierte Eltern ihre z.T. schwierigen Kinder „entsorgen“.

Sehr bedenklich ist es, dass auch viele Außenstehende das zweifelhafte System dieser angeblichen Reformschule nicht durchschauen und unreflektiert das erfolgreich propagierte Image einer kindgemäßen Schul-Alternative kolportieren. Das geht bis in höchste politische Kreise. Die höchst unkritischen Gefälligkeits-Grußworte von Kretschmann, Gauck, Söder, Ramelow u.a. zu 100 Jahre Waldorf belegen es.

Auch der Anfang September ausgestrahlte Fernsehbeitrag „Waldorf global“ des SWR war dank der Autorin Esther Saoub, selbst auf vielen Ebenen mit der Waldorf-Welt verbunden, ein extrem peinliches Musterbeispiel an unkritischer Berichterstattung, zumal dies nicht explizit erwähnt wurde.

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1 Comment

  1. Esther Saoub gestaltete auch den Fernseh-Geschichte machenden Beitrag in den ARD-Tagesthemen vom 3. September 2019:

    „Werbeunterbrechung für Waldorfschulen in den Tagesthemen

    Öffentlich-rechtliche Berichterstattung sollte ausgewogen sein und bei strittigen Themen stets alle Seiten zeigen. Doch genau dies geschah in einem völlig kritikfreien Beitrag über Waldorfschulen, der gestern von den ARD-Tagesthemen ausgestrahlt wurde, nicht. Ob es daran liegen könnte, dass die Journalistin, die den Beitrag erstellt hat, selbst eng mit der Waldorfschul-Welt verbunden ist?

    „Wir unterbrechen die Tagesthemen für eine Werbesendung der Waldorfschulen“, wäre meine Anmoderation für den Beitrag „100 Jahre Waldorfschule“ in den Tagesthemen vom 3. September 2019 gewesen – Caren Miosga sagt aber (ab 0:23:40):

    „Ich könnte jetzt einfach mal die Klappe halten und stattdessen wie hier (Caren Miosga zeigt auf die Tagesthemen-Studio-Videowand, auf der sie das Wort „TAGESTHEMEN“ eurythmisch darstellt – Anm. d. A.) ein paar Verrenkungen machen und sie könnten trotzdem verstehen, in welcher Sendung Sie sich befinden und mit wem Sie es zu tun haben. Ich tanze hier nämlich unseren Namen, beziehungsweise ich hab‘ ihn wahrscheinlich im übertragenen Sinn leicht genuschelt, denn keine Ahnung, ob das alles so stimmt. Das hier ist weder Akrobatik noch Cheerleading, sondern schlicht das ABC, so wie es die Waldorfpädagogik lehrt. Diese buchstäblich andere Schule der Kindererziehung wird jetzt 100 Jahre alt und Esther Saoub – selbst einst eine Waldorfschülerin – erklärt, warum diese Art zu lernen auch heute noch viele Schüler und deren Eltern bewegt.“

    Es folgt die Werbesendung für die Waldorfschule – aufgenommen von Esther Saoub in der „Interkulturellen Waldorfschule Mannheim“. Kritik an der Waldorfschule? Fehlanzeige (…)“

    weiter: https://hpd.de/artikel/werbeunterbrechung-fuer-waldorfschulen-den-tagesthemen-17166

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