Publizierte medizinische Studien: Die Hälfte der Nebenwirkungen wird verschwiegen

Bild von Arek Socha auf Pixabay

Nicht einmal die Hälfte der in klinischen Studien dokumentierten Nebenwirkungen von neuen Medikamenten wird publiziert. Zu diesem beunruhigenden Ergebnis kommen britische Forscher in einer neuen Untersuchung. Ein Ergebnis, das viele Fragen aufwirft und auf ernste Gefahren aufmerksam macht.

Christine Westerhaus | Deutschlandfunk

Die pharmazeutisch-technische Assistentin Christiane Chust stellt Medikamente für die Stationen am 14.07.2015 in der Krankenhausapotheke am Universitätsklinikum Leipzig (Sachsen) bereit. (dpa-Zentralbild)

Bei vielen Krankheiten steht der Arzt vor der Entscheidung, ob er seinem Patienten Medikamente verschreiben soll, oder nicht. Er muss den Nutzen einer Therapie abwägen gegenüber den Nebenwirkungen.

Doch genau das ist häufig ein Problem, sagt Yoon Loke, der an der Universität von East Anglia in Großbritannien arbeitet. Gerade bei neuen Medikamenten hätten Ärzte, aber auch die Zulassungsbehörden, die Medikamente zulassen, oftmals nur ein unvollständiges Bild vom Nutzen der Therapie. Denn nur weniger als die Hälfte der Nebenwirkungen, die in klinischen Studien auftreten, werden tatsächlich publiziert.

Ein großes Problem

„Wir haben seit Langem vermutet, dass dies ein großes Problem ist. Aber wir kannten das Ausmaß nicht. Deshalb haben wir uns die Ergebnisse klinischer Studien besorgt, die nicht veröffentlicht wurden und haben sie mit publizierten Untersuchungen verglichen, in denen der gleiche Wirkstoff getestet wurde. Dabei kam heraus, dass nur ein Teil der auftretenden Nebenwirkungen tatsächlich veröffentlicht wird.

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