Mord an Journalistin Galizia: Auf Malta ist der Rechtsstaat in Gefahr


Brüssel fordert Aufklärung im Mordfall Galizia – und den Kampf Maltas gegen Korruption , Geldwäsche und der Vergabe von Pässen an EU-Ausländer.

Markus Grabitz | DER TAGESSPIEGEL

Gerechtigkeit für den Mord an Daphne Caruana Galizia fordern Demonstranten – darunter ihre Eltern Rose und Michael Vella.Foto: Yara Nardi/REUTERS

Es ist ein Mord mit weitreichenden Folgen: Als im Oktober 2017 auf Malta die Journalistin Daphne Caruana Galizia mit einer Autobombe getötet wurde, gab es früh Hinweise auf eine Verwicklung höchster politischer Kreise des kleinen EU-Mitgliedslands mit nur 475.000 Einwohnern in den Fall. Durch einen Zufallsfund des Zolls vor wenigen Wochen sind die Ermittler einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Ein Taxifahrer, der mit einer hohen Geldsumme am Flughafen erwischt wurde, gestand, dass er der Mittelsmann zwischen den Auftragsgebern des Mordes und den Mördern war. Der Taxifahrer bezichtigt einen reichen maltesischen Geschäftsmann, Yorgen Fenech, Drahtzieher zu sein.

Damit nahmen die Ermittlungen eine dramatische Wende. Mit der Festnahme Fenechs gerät der Fall in die Nähe von Ministerpräsident Joseph Muscat. Fenech soll gegen hohe Schmiergeldzahlungen an engste Mitarbeiter von Muscat als Investor zum Zuge gekommen sein, als die Regierung Muscat 2014 den Bau eines Gaskraftwerkes ausschrieb.

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