Bei der Klimakonferenz in Madrid versucht Spanien sich als Musterschüler darzustellen


Es gibt kein Klimaschutzgesetz, dafür grosse Defizite beim Recycling, der Qualität der Luft und dem Wassermanagement. Klimaaktivistin Greta Thunberg fordert, kaum in Madrid angekommen, die Politiker zum Handeln auf.

Ute Müller | Neue Zürcher Zeitung

Greta Thunberg (Mitte) nimmt mit anderen jungen Aktivisten an der Uno-Klimakonferenz in Madrid teil. Chema Moya / EPA

Spaniens amtierender Ministerpräsident Pedro Sánchez nutzt die 25. Uno-Klimakonferenz, die dieser Tage in Madrid stattfindet, um sein Image aufzupolieren und Spanien in Sachen Klimaschutz als Vorbild zu präsentieren. Zur Halbzeit des Gipfels am Freitag stellte der Sozialist eine «grüne» Legislaturperiode in Aussicht, in der die Regierung ihre Anstrengungen zum Klimaschutz intensivieren werde. Sánchez hatte die Parlamentswahlen vom 10. November gewonnen, bei den Verhandlungen für eine Regierungsbildung aber noch immer keinen Durchbruch erzielt. Allerdings gelang es dem 47-jährigen Politiker, auf dem internationalen Parkett mit der Ausrichtung der Klimakonferenz, an der 196 Nationen teilnehmen, zu glänzen. Eigentlich hätte der Gipfel in Chile stattfinden sollen, doch wegen der anhaltenden Proteste gegen die dortige Regierung übernahm Sánchez nur allzu bereitwillig die Gastgeberrolle. Bei der Eröffnung der Konferenz am Montag gab sich der sozialistische Politiker kämpferisch, obwohl Spanien zu den wenigen Ländern der EU gehört, die es in den letzten drei Jahrzehnten nicht schafften, ihren CO2-Ausstoss zu senken. Nur eine Handvoll Fanatiker leugne heutzutage noch den Klimawandel, so Sánchez. Er vermied es freilich auch zu erwähnen, dass Spanien aufgrund der politischen Instabilität der letzten Jahre noch immer kein eigenes Klimaschutzgesetz verabschieden konnte.

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