Ex-Salafistenführer Sven Lau räumt Fehler ein und distanziert sich vom radikalen Islamismus


Einer der früher führenden Salafisten-Prediger in Deutschland, Sven Lau, distanziert sich vom radikalen Islamismus.

Deutschlandfunk

Salafistenprediger Sven Lau wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. (dpa-Bildfunk / Federico Gambarini)

Wie das nordrhein-westfälische Innenministerium bestätigte, nimmt Lau seit zwei Jahren am Islamismus-Aussteigerprogramm des Ministeriums teil. Das Oberlandesgericht hatte bereits seine vorzeitige Haftentlassung auf Bewährung damit begründet, dass er sich von seiner ursprünglichen radikal-islamischen Haltung deutlich abgesetzt habe.

Lau selbst räumte Fehler ein. Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet, sagte er dem Filmproduzenten Sascha Bisley: „Es gibt viele Sachen, wo ich heute denke: ‚Krass, wo war dein Verstand?‘“ Und weiter: ‚Ich kann mir gar nicht erklären, wie verblendet ich war und wie lange.“ Er habe sehr viel Härte und Hass im Gefängnis zu spüren bekommen. Währenddessen habe seine Familie draußen viele Probleme gehabt, seine Kinder seien verprügelt worden. „Mich hat das zerschmettert.“ Er habe sich sein eigenes Verhalten lange schön geredet. Inzwischen gehe er wieder arbeiten.

Lau, der lange Zeit neben Pierre Vogel das Gesicht der deutschen Islamistenszene war, wurde wegen Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

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