Ersatzreligion Sport soll Saudische Barbarei aufhübschen


Schwergewichtsboxen, Tennis, der spanische Supercup im Fußball: Saudi-Arabien will den Glanz internationaler Ereignisse nutzen, um das Image des Königreichs aufzupolieren.

Dunja Ramadan | Süddeutsche Zeitung

Die Welt nach Saudi-Arabien zu bringen, koste es, was es wolle. In den vergangenen Monaten ist der Plan von Turki al-Sheikh, dem mächtigen saudischen Sportfunktionär und Unterhaltungsminister, aufgegangen. Gerade noch zogen Religionspolizisten durch die Straßen, nun sind es feiernde Saudis, die von einem Event zum nächsten hüpfen. Seit mehr als zwei Monaten bespaßen Künstler aus aller Welt die Menschen in der einst konservativsten Hauptstadt der arabischen Welt. Mehr als acht Millionen Besucher sollen bislang auf dem Festival „Riyadh Season“ gewesen sein, heißt es. Und der nächste Höhepunkt steht bereits bevor: An diesem Samstag treten beim „Clash on the Dunes“ („Kampf in den Dünen“) die Profiboxer Andy Ruiz Jr. und Anthony Joshua gegeneinander an.

Saudi-Arabien will im Sport der einstigen Brüdernation Katar den Rang streitig machen

Das Duell ist der erste WM-Boxkampf im Schwergewicht in Saudi-Arabien, als Austragungsort waren zuvor unter anderem auch London und New York gehandelt worden. Der erste Kampf, den Ruiz im Juni überraschend gewonnen hatte, hatte noch den Madison Square Garden gefüllt, die berühmteste Boxarena der Welt, mitten in New York City.

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