Wie Migration gegen den Rechtsruck hilft

Bild von kalhh auf Pixabay

Konservative Politiker warnen: Zu viel Zuwanderung stärke die Rechtspopulisten. Studien unterstützen eine andere Sichtweise

Fabian Goldmann | TELEPOLIS

Der Rechtsruck in Deutschland ist auch Folge einer zu liberalen Flüchtlingspolitik. Erst durch die hohen Migrantenzahlen konnte die AfD zur heutigen Größe aufsteigen. So oder so ähnlich argumentieren konservative Politiker seit Jahren, wenn diese eine restriktivere Migrationspolitik einfordern. Forscher haben diese Thesen wissenschaftlich überprüft und kommen zu einem gegenteiligen Ergebnis: Ein hoher Ausländeranteil stärkt die AfD nicht, sondern schwächt sie.

Verantwortlich für die kürzlich vorgestellte Untersuchung ist das Mercator Forum Migration und Demokratie an der TU Dresden. In Kooperation mit Wissenschaftlern der Universität Duisburg-Essen haben die Forscher die Wahlergebnisse der AfD zur Bundestagswahl 2017 in sämtlichen Landkreisen und Städte in Relation zum örtlichen Anteil an Nicht-EU-Ausländern gesetzt. Dabei stellten sie fest: Je höher der Ausländeranteil an der Bevölkerung, desto niedriger fiel das Wahlergebnis für die AfD aus. Besonders erfolgreich war die AfD hingegen dort, wo die Bevölkerung besonders homogen zusammengesetzt ist. Das Fazit der Forscher:

Die Ergebnisse zeigen, dass im Durchschnitt ein höherer Anteil an ethnischen Minderheiten in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt zu einem niedrigeren Wahlergebnis der AfD bei der Bundestagswahl 2017 führte. Das bedeutet, dass die AfD vor allem in ethnisch homogenen Landkreisen erfolgreich ist.

Mercator Forum Migration und Demokratie

Auch in einem anderen Aspekt widersprechen die Studienergebnisse der öffentlichen Wahrnehmung: Der Zusammenhang zwischen hohen Ausländeranteil und niedrigen Wahlergebnissen zeigte sich auf dem Land stärker als in großen Städten. In dünn besiedelten Gebieten verlor die AfD mit jedem Prozent Ausländeranteil statistisch 0,34 Prozentpunkte an Stimmen. In Gegenden mit hoher Bevölkerungsdichte waren es nur 0,25 Prozent.

Zur Erklärung verweisen die Studienmacher auf die 1954 vom amerikanischen Vorurteilsforscher Gordon Allport entwickelte „Kontakthypothese“. Diese geht davon aus, dass ein steigender Bevölkerungsanteil einer Minderheit zu steigenden Interaktionen mit der Mehrheitsbevölkerung führt. Diese wiederum führe dazu, dass Vorurteile und fremdenfeindliche Einstellung abgebaut würden.

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