Wohlstandsevangelium: US-Rapper Kanye West und Jesus

West bei einem Live-Auftritt auf der Yeezus-Tour (2013). Peter Hutchins. CC BY 2.0

Kanye West betont zurzeit bei jeder Gelegenheit, dass er zu Gott gefunden hat. Sein jüngstes Album heißt „Jesus Is King“. Der so umstrittene wie erfolgreiche Rapper passt in die Welt des „Wohlstandsevangeliums“, das Konjunktur hat in den USA.

Konrad Ege | evangelisch.de

Rapper, Musikproduzent, Modedesigner, Fan von Donald Trump: Kanye West ist ein Superstar – größenwahnsinnig und mit seiner Musik großartig zugleich, so beschreiben ihn Kritiker. Gegenwärtig ist der 42-Jährige da, wo er wohl am liebsten ist: in den Schlagzeilen. Das religiöse Amerika muss damit zurechtkommen.

Denn im Rampenlicht steht West wegen seines öffentlichkeitswirksamen Bekenntnisses zum neu gefundenen christlichen Glauben. Zuletzt präsentierte er am Wochenende seine religiöse Oper „Nebuchadnezzar“ auf der Freilichtbühne des Hollywood Bowl von Los Angeles, dazu postete er auf Twitter Bibelzitate. „Seltsam“, „kühn“ und „durcheinander“, so beschrieb das Magazin „Rolling Stone“ die Vorstellung.

„Der größte Künstler, den Gott je geschaffen hat“

Mitte November ließ er sich in einer der größten Kirchengemeinden der USA bejubeln, der Lakewood-Kirche des Wohlstandspredigers Joel Osteen im texanischen Houston. Das in den USA verbreitete „Wohlstandsevangelium“ vermittelt, dass Gott Gläubigen schon im Hier und Jetzt ein glückliches und materiell gut ausgestattetes Leben schenken will – und dass man genau daran Gottes Segen erkennen könne. West bezeichnete sich in der Lakewood-Kirche als den „größten Künstler, den Gott je geschaffen hat“. Und dieser Künstler arbeite jetzt für Gott.

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