Amerikas Atomgrab im Pazifik bricht auf – Atommüll könnte den Ozean verseuchen


Seit dem Kalten Krieg lagern die USA Atommüll in einem Betonbunker auf den Marshallinseln. Der droht nun den Ozean zu verseuchen – Schuld ist der Klimawandel.

Barbara Barkhausen | Frankfurter Rundschau

50 Zentimeter dick ist die Kuppel, die den Atommüll auf Runit Island abschirmt – fraglich ist, wie lange noch. © afp

Aus der Vogelperspektive sieht Runit Island zunächst nach einem Paradies aus: Türkisfarbenes Meer, der Sand so weiß, dass einem die Augen brennen. Doch das spärlich bewachsene Eiland – eine von 40 Inseln des Eniwetok-Atolls, das zum pazifischen Inselstaat der Marshallinseln gehört – beherbergt auch eine untertassenförmige Betonstruktur mit etwa hundert Metern Durchmesser. 

In diesem „Bunker“ lagern die USA seit Ende der 1970er Jahre Atommüll. Insgesamt befinden sich auf Runit Island 85 000 Kubikmeter nuklearen Abfalls, darunter Plutonium-239, eine der giftigsten Substanzen der Erde. Der Müll liegt direkt auf dem Boden der Insel, abgedeckt mit einem 50 Zentimeter dicken Betondeckel. Doch nun drohen nukleare Abfälle in den Pazifik zu fließen.

Der Nuklearabfall ist ein Überbleibsel der amerikanischen Atombombentests, die nach dem Zweiten Weltkrieg große Teile von insgesamt über 1200 Inseln im Pazifik verseuchten. Insgesamt 67 Atombomben warfen die USA zwischen 1946 und 1958 in der Pazifikregion ab. Am 1. März 1954 etwa detonierten die Amerikaner einen thermonuklearen Sprengkopf über dem Bikini-Atoll.

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