Die Kirche muss in Sachen Homosexualität umdenken


Ein neuer Dokumentarfilm zeigt, dass auch Katholiken an den umstrittenen Konversionstherapien für Homosexuelle mitwirken. Die Kirche müsse mit Blick auf Homosexuelle umdenken, findet Pater Klaus Mertes. Ein Satz des Papstes sei ein erster Schritt.

Klaus Mertes | katholisch.de

„Menschen begehen nicht Suizid, weil sie homosexuell sind, sondern weil sie Angst davor haben, wie andere sie behandeln werden“ sagt Alain Chambers. Er war 20 Jahre lang Präsident von „Exodus“, einer christlich sich nennenden Organisation, die Konversionstherapien durchführt. Es ist der Satz eines reuigen Täters aus der erschütternden Arte-Dokumentation „Wie krank ist Homo-Heilung?“ Sie lässt auch bornierte Täter aus evangelikalem und katholischem Umfeld ebenso zu Wort kommen wie Opfer, deren Eltern und deren soziales Umfeld. 

Nicht nur evangelikale Gruppen praktizieren „harte Liebe“ (so das Plädoyer eines katholischen Priesters) gegen homosexuelle Menschen. „Harte Liebe“ – solche Vertuschungsformeln von Tätern sexualisierter Gewalt, die ihre Taten als Liebesakte, als Therapien oder gar blasphemisch als Hinführung in eine größere Nähe zu Gott tarnen, sind nur allzu bekannt.

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