Aung San Suu Kyi – Komplizin der Generäle


Früher trat Aung San Suu Kyi für Menschenrechte ein, jetzt geht es ihr nur noch um Macht. Anstatt Gewalt gegen die Rohingya anzuprangern, paktiert sie mit den Tätern.

Arne Perras | Süddeutsche Zeitung

Als eine Verteidigerin wird Aung San Suu Kyi an diesem Dienstag den Gerichtssaal in Den Haag betreten. Der Birmanin, Regierungschefin von Myanmar, ist eine solche Rolle nicht fremd, man kann sogar sagen, dass sie damit groß geworden ist. Früher jedoch hat sie Ideale verteidigt: Freiheit, Menschenrechte, demokratische Prinzipien. Weil sie sich gegen die Junta stemmte, weil sie tapfer kämpfte gegen das Unrecht, das die Generäle über ihr Land gebracht hatten, wurde sie zu einer Ikone, bekam sogar den Friedensnobelpreis.

Früher fiel es den meisten Menschen nicht schwer, Aung San Suu Kyi und Nelson Mandela in einem Atemzug zu nennen. Für viele Millionen Menschen, die Freiheit und Versöhnung ersehnten, waren diese beiden Menschen Vorbilder. Doch „die Lady“, wie sie immer noch genannt wird, verteidigt inzwischen leider ganz andere Vorstellungen: Aus der Menschenrechtlerin ist eine Machiavellistin geworden, sie tritt nicht mehr für die Rechte der Geknechteten ein, sondern schmiedet Pläne, um ihre eigene Macht zu vermehren.

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