Die Türkei geht in der Nato wieder auf Kollisionskurs


Der Konsens, der letzte Woche zum Ende des Nato-Gipfels zelebriert wurde, ist brüchig. Die Türkei stellt sich weiter gegen die Pläne zur Verteidigung der Nato-Ostflanke.

Andreas Ernst | Neue Zürcher Zeitung

Ein auf einer türkischen Luftwaffenbasis installiertes S-400-Luftabwehrsystem wird getestet. Es ist zum ersten Mal, dass ein solches russisches System in einem Nato-Land zum Einsatz kommt. 

Ankara hat bestritten, am Nato-Gipfel vergangene Woche in London vollständig nachgegeben zu haben. Aussenminister Mevlüt Cavusoglu erklärte vor italienischen Medien am Wochenende, die Türkei werde weitere Exemplare des russischen S-400-Luftabwehrsystems beschaffen. Man sei auch gegen die Veröffentlichung eines neuen Plans zur Verteidigung der Nato-Ostflanke, bis das Bündnis anerkenne, dass es sich bei der syrisch-kurdischen Miliz YPG und der türkisch-kurdischen Guerilla PKK um Terrororganisationen handle.

Die Äusserungen zeigen klar, dass die Türkei den Kollisionskurs innerhalb des Bündnisses fortsetzt. Nato-Generalsekretär Stoltenberg hatte nach dem Gipfel so geklungen, als seien die Differenzen mit der Türkei ausgeräumt. Zu diesem Zweck hatte er Besprechungen zwischen den Balten, den Polen und den Türken anberaumt.

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