Donezk fordert nach den Normandie-Gipfel-Beschlüssen den Austausch aller Gefangenen, Lugansk einen „direkten Dialog“ mit Kiew
Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Nach dem Bekanntwerden der Einigung der Normandie-Gruppe auf einen Austausch von Gefangenen der Konfliktparteien in der Ostukraine (vgl. Normandie-Gipfel einigt sich auf Truppenrückzug bis Ende März) hat Darja Morosowa (sic), die Menschenrechtsbeauftragte von Donezk, die grundsätzliche Bereitschaft ihrer Volksrepublik dazu bekundet. Dabei müsse Kiew allerdings mehr Gefangene freilassen als Donezk, weil dort mehr einsäßen, nämlich 88. Die Volksrepublik habe dagegen lediglich „53 bestätigte“ Soldaten der Ukraine in Verwahrung.
Den vom ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj genannten 24. Dezember als Austauschtermin wiederholte Morosowa nicht und bezeichnete stattdessen allgemeiner einen Austausch bis zum Ende des Jahres als möglich. In der russisch-orthodoxen Kirche, die in der Ostukraine (anders als im lange polnisch-litauischen und katholisch geprägten Westen des Landes) vorherrscht, fällt das Weihnachtsfest nicht auf den 24. und 25. Dezember, sondern auf den 6. und 7. Januar.
Sonderstatus
In Lugansk, der anderen ostukrainischen Volksrepublik, betonte der dortige Führungsvertreter Rodion Miroschnik, dass ein „direkter Dialog“ Kiews mit Lugansk nötig sei, um die Pariser Beschlüsse umzusetzen. Bisher sprechen die beiden Konfliktparteien nur über Vermittler miteinander, weil die ukrainische Staatsführung die Separatisten in Lugansk und Donezk nicht anerkennt.