Sprache könnte viel älter sein als gedacht


„Es ist Zeit, umzudenken“ – Forscher widersprechen einer Lehrmeinung, die seit 50 Jahren die Sprachforschung prägt: Angeblich ermöglichten erst Veränderungen der Lage des Kehlkopfes vor etwa 200.000 Jahren die Sprachentwicklung bei unseren Vorfahren. Wie die Wissenschaftler durch eine Auswertung von aktuellen Studien verdeutlichen, ist dieser Theorie mittlerweile die Grundlage weggebrochen: Denn entgegen der bisherigen Annahme besitzen auch Affen theoretisch die anatomischen Voraussetzungen für die Erzeugung von differenzierten Lauten. Die Entwicklung der Sprache könnte demnach schon vor Millionen von Jahren begonnen haben, so das Fazit der Forscher.

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Bisher nahm man an, dass Affen aus anatomischen Gründen nicht sprechen können. (Bild: photomaru/istock)

In vielerlei Hinsicht sind wir uns sehr ähnlich – doch ein wichtiger Aspekt unterscheidet den Menschen von seinen nächsten Verwandten im Tierreich: Wir nutzen komplexe Lautsysteme zur Verständigung – die Sprache gilt als ein Schlüsselelement des Erfolgs unserer Spezies. Affen und Menschenaffen geben zwar ebenfalls einige aussagekräftige Laute von sich, doch diese Kommunikationsform besitzt ein vergleichsweise bescheidenes Niveau. Ob es möglich ist, jungen Schimpansen gezielt das Sprechen beizubringen, haben Forscher bereits in den 1930er und 1950er Jahren getestet. Ohne Erfolg: Trotz aller Bemühungen hat nie ein Affe etwas gesagt.

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