Warum Gender-Theoretikerinnen oftmals frauenfeindlich agieren


Wir westlichen Frauen tragen kein Kopftuch, aber die anderen – die wollen oder müssen eben. Der Kulturrelativismus, den viele Gender-Anhängerinnen vertreten, gibt sich progressiv, ist aber reaktionär. Und er verrät eine misogyne Haltung.

Vojin Saša Vukadinović | Neue Zürcher Zeitung

Manche Kritiker der Gender-Studies glauben, dass das strittige Studienfach eine wissenschaftspolitische Verlängerung des Feminismus an den Hochschulen sei. Da dort mehrheitlich Akademikerinnen tätig sind, wird daraus irrigerweise geschlossen, dass die Gender-Studies eine Frauen zugeneigte Agenda verfolgten. Tatsächlich florieren jedoch unter vielen der Gemeinten misogyne Theoreme, reaktionäre Weltbilder und eine Faszination für weibliche Unterwürfigkeit, solange sich diese auf Angehörige «anderer Kulturen» beschränkt.

Das Islamische Zentrum München erlangte diesen Sommer durch einen Vermerk auf seiner Website, wonach Ehemänner unter gewissen Umständen ihre Gattinnen «symbolisch» schlagen dürften, mediale Aufmerksamkeit. Dass diese Passage jahrelang unbeanstandet geblieben war, ist gesellschaftspolitisch ebenso bezeichnend wie das ausgeprägte Schweigen jener, die sonst von «Heteronormativität», «toxischer Männlichkeit» oder «Femonationalismus» jargonisieren.

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